„Der Vereinsbus der DAV Sektion Bielefeld wird auf einem Abschleppwagen transportiert. Die Aufnahme entstand an einer Straße bei sonnigem Wetter und dokumentiert eine ungeplante Unterbrechung der Anreise.“ | © Gunnar Helms

Kurs Alpintraining im Harz

19.06.2026

„Motor überhitzt. Bitte anhalten!“ Die Warnleuchte schickt eine Art Standplatzkommando. Na super. Bei brütender Hitze haben wir es mit sechs Leuten im Bulli ohne Klimaanlage bis Hannover geschafft. Dann fiel die Spannrolle und mit ihr die Servolenkung aus. Nichts lief mehr. 

Der Kurs Alpinklettern im Harz fing mit einem unfreiwilligen Zwischenstand an. Zum Glück funktionierte der Versicherungsservice und bald kamen Abschleppdienst und Taxi um uns zum Ersatzwagen zu bringen. Der neu geliehene Bulli hatte eine funktionierende Klimaanlage und nur drei Stunden später als geplant kamen wir bestens gekühlt im Harz an. Thomas zauberte noch schnell ein Chili sin Carne und gegen Mitternacht fielen wir in die Betten. 

Regen. Anders als vorhergesagt schlugen am nächsten Morgen Regentropfen ans Fenster. Die Wetter Apps waren sich aber einig: am Vormittag kommt die Sonne. Also Standplatzbau am Hochbett und mit ausklingendem Regen wieder ins Auto und ab ins Okertal. Nach einigen Übungen zu mobilen Sicherungen, Standplatzbau und Seilmanagement brannte inzwischen die versprochene Sonne vom Himmel und wir freuten uns über den Wind, der nicht nur um den Adler sondern auch uns über den gleichnamigen Klippengrat wehte. Der Grat der Adlerklippe ist das passende Gelände, um eine Vielzahl von Ständen mit mobilen Sicherungen zu bauen. Wer hätte gedacht, im Harz eine Tour mit neun Seillängen zu klettern. Man muss die Längen nur kurz halten. 

Déjà-vu. Chili sin Carne. Der Topf am Vorabend war größer als gedacht. Kurz nach dem Essen endet das Spiel Deutschland gegen die Elfenbeinküste 2:1. Ein guter Tag. 

Déjà-vu.  Es regnet. Anders als vorhergesagt kommt der Regen nicht erst mittags. Dafür soll es am späten Vormittag in Lüerdissen wieder trocken sein. Im Regen fahren wir also Richtung Heimat und halten für ein zweites Frühstück in Eschershausen - noch ist nicht später Vormittag. Ein paar Brötchen und Cappucini später hat der Regen tatsächlich aufgehört und wir fahren hoch auf den Ith. Während wir zu den Felsen laufen, fallen die letzten Tropfen von den Bäumen und nach zwei Stunden Seiltechnik und Flaschenzügen hat die Sonne die Felsen getrocknet. Eine Route rechts der Westkante bietet sich als bestens abzusichernde Tour mit zwei Seillängen an. Gleiches bietet die Talseite vom Pfaffenstein. 
Zufrieden mit zwei vollen Tagen alpiner Kletterei vor der Haustür geht’s zurück nach Bielefeld. Es drängt sich kurz der Gedanke auf, dass sich aus den 25 Metern an Pfaffenstein und Haderturm bestimmt auch drei Seillängen machen lassen. Nächstes Mal nehmen wir einfach kürzere Seile.