Samstag: Wald, Querungen, Rutsch-Gaudi – und Lawinenkunde zum Anfassen
Samstag sind wir bei blauem Himmel schon um 08:00 los, weil wir ein lawinengefährdetes Gelände queren mussten und auf dem Rückweg nicht „zu spät“ dort durch wollten. Zeitmanagement ist im Winter halt nicht nur Orga, sondern Sicherheit.
Wir sind Richtung Klobenjoch / Dalfaza Alm gestartet. Nach dem offenen Gelände vom Freitag war’s diesmal deutlich waldiger – richtig angenehm und irgendwie gemütlich. Nach ein paar Kilometern wurde es wieder offener und wir kamen an die Steilhänge, die wir als kritisch eingeschätzt haben. Dann lief’s bei uns sehr rund: anhalten, gemeinsam bewerten, Michls Einschätzung dazu – und dann weiter, aufmerksam und sauber im Queren. Immer mit Blick nach oben.
Nach der Dalfaza Alm (leider geschlossen, kein Winterbetrieb) wurde der Anstieg spürbar. Trotz etwas kühlerem Wind: wir haben ordentlich geschwitzt. Und wieder: Der Gipfel wurde nix – das letzte Stück ging durch Latschen und der Schnee war nicht hoch genug, um da sinnvoll durchzukommen. Also Pause auf einem Plateau unterhalb. Tee, Snacks, Aussicht. Kein Frust, eher dieses „passt schon – heute ist das unser Punkt“.
Und dann kam der Teil, den wir alle nicht vergessen werden: Rutschen! Erst sind Stephie, Jan, Michl und Lea auf dem Hosenboden runter, später sind wir im Grunde alle gerutscht – zwischendurch wieder ein paar Meter gehen – und dann nochmal rutschen. Das war so eine Gaudi, dass wir vor Lachen teilweise kaum noch geradeaus gucken konnten.
An der Dalfaza Alm haben wir nochmal lange in der Sonne Pause gemacht. Danach wieder zurück durchs kritische Gelände – wieder bewertet, wieder zügig gequert.
Und dann hat Michl uns noch abseits geführt, weil er uns den Schneeaufbau zeigen wollte. Wir haben einen Schneehügel gesucht, eine Wand freigelegt, Schichten angeschaut, über Körnung, Stabilität und das „Altschnee“-Problem gesprochen. Und dann der Klopftest an der Schneesäule – das war wirklich spannend, weil man auf einmal sieht, wie so ein Bruch entstehen kann. Theorie wird da plötzlich sehr real.
Gegen 15:00 waren wir wieder an der Hütte: Snack auf der Sonnenterrasse, etwas entspannen, um 18:00 Abendessen. Die Wettervorhersage für Sonntag war nicht gut, und beim Essen zog es auch schon zu – die Stimmung blieb aber gut, weil wir wussten: Wir entscheiden morgen früh, was sinnvoll ist. Wir hatten grob die Seekarlspitze im Kopf, aber auch die Uhrzeit für die Heimreise.