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Drei Wanderer auf den grünen Berghängen der Chiemgauer Alpen | © DAV/Hans Herbig

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Leute mit Stimmzetteln | © DAV Bielefeld
Mitgliederversammlung 2026
Sa. 18.04.2026, 15:00 - 19:00 Uhr

Liebe Bergfreundinnen und Bergfreunde, 
mit dieser Veröffentlichung laden wir nach § 19 Abs. 3 der AlpenSatzung ein zu der 133. Jährlichen 
 
Mitgliederversammlung 2026 
Samstag, 18.04.2025, 
15:00 bis ca. 18:00 Uhr, 
KuKS Regine-Hildebrandt-Halle, 
Meisenstraße 65, 33607 Bielefeld, 
gegenüber DAV alpin zentrum Bielefeld 

Teilnehmende Personen vor der Bergen | © DAV Bielefeld
Teilnehmende Personen vor der Bergen | © DAV Bielefeld
Berge mit Schnee | © DAV Bielefeld
Schatten im Schnee | © DAV Bielefeld
Landschaftsfoto | © DAV Bielefeld
Gruppenfoto mit mehreren Menschen im Schnee mit Schaufel | © DAV Bielefeld

Vier Tage Winterweiß im Rofan

unsere Schneeschuhtour 2026 zur Erfurter Hütte

28.02.2026

Wenn wir losfahren, merkt man schon am Parkplatz vom Alpinzentrum: Das ist kein „Trip“, das ist unser festes Winter-Ritual. Seit vier Jahren gehen wir als Achtergruppe auf Schneeschuhtour – und ich (Joachim) organisiere das Ganze jedes Jahr. Der harte Kern ist immer dabei: Andreas, Jan, Björn, Stephie und Kerstin. Dieses Mal waren außerdem Lea und Max mit am Start – und damit standen wir wieder zu acht, so wie es sein soll.

 

2022 waren wir auf der Potsdamer Hütte, 2023 im Ötztal, 2024 in Pfunds, 2025 auf der Kelchalm – und 2026 hat’s uns ins Rofan gezogen: Erfurter Hütte oberhalb von Maurach am Achensee. Guter Stützpunkt, gutes Gelände – und dieses Jahr vor allem: richtig viel Sonne, aber auch eine Lawinensituation, die uns die ganze Zeit sauber „bei der Sache“ gehalten hat.

Mittwoch: Bulli an, Alltag aus

 

Mittwochnachmittag ging’s wie üblich am Alpinzentrum Bielefeld los. Wir kennen das Spiel: Taschen rein, letzter Check (Biwacksack? Handschuhe? Sonnencreme? – ja, wirklich), und dann rollt der Bulli gen Süden. Spätestens nach den ersten Kilometern sind wir im Tourenmodus: viel Quatschen, viel Vorfreude, und irgendwo fällt der Arbeitskopf einfach ab.

 

Unser klassischer Zwischenstopp war in Elfershausen: Pizza im Gasthof Zur Traube. Das ist bei uns inzwischen so fest wie das Schnallen der Schneeschuhe. Danach nochmal rund zwei Stunden weiter nach Giengen an der Brenz ins Hotel zur Zwischenübernachtung. Kein großes Tamtam – aber genau richtig, weil wir Donnerstag früh raus mussten.

Donnerstag: Dinkelkekse, Seilbahn, und erstmal „Safety first“

 

06:45 Abfahrt – und ja, da bin ich als Organisator immer etwas „pünktlich-konsequent“, weil ich einfach weiß, wie schnell sonst Zeit verloren geht. Wir sind erst nach Herbrigen, weil wir da bei einem sehr speziellen Bäcker unsere vorbestellten Dinkelkekse abgeholt haben. Dazu Brötchen und allerlei Leckereien – wir waren danach definitiv besser verpflegt als manche Hüttenwirte.

Dann weiter nach Maurach am Achensee. Am Parkplatz der Rofan-Seilbahn haben wir Michl getroffen, unseren Bergführer. Material aufnehmen: Schneeschuhe, LVS, Schaufel, Sonde – und schon beim Anziehen merkt man: Jetzt ist Winterbetrieb.

 

Mit der Seilbahn hoch zur Erfurter Hütte. Beim Einchecken hatten wir richtig Glück: zwei Vierbettzimmer für uns die ganze Zeit. Das macht das Hüttenleben als Achtergruppe extrem entspannt – keine tägliche Zimmerlotterie, kein Umräumen, einfach ankommen.

 

Nach einer kleinen Stärkung sind wir direkt raus – strahlend blauer Himmel, Sonne, und dieser Rofan-Schnee, der in alle Richtungen glitzert. Aber: Die Lawinensituation war angespannt. Deshalb haben wir nach ein paar Minuten im Gelände erstmal die Verschüttetensuche mit dem LVS nochmal gemeinsam durchgesprochen – und dann auch praktisch geübt. Unter Michls Anleitung, Schritt für Schritt, bis es wirklich sitzt. Ganz klar: Safety first. Und wir waren alle froh, dass wir das so konsequent am ersten Tag gemacht haben.

 

Danach noch eine kleine Runde im Gelände zum Reinkommen – und zurück zur Hütte. Snack, ausgiebiges Sonnenbaden auf der Terrasse, und abends ein richtig leckeres Essen. Später saßen wir mit Michl zusammen und haben das mögliche Tourenprogramm für Freitag besprochen – mit allem Für und Wider, je nachdem, wie sich die Lawinensituation entwickelt.

Freitag: Kaiserwetter – und ein Vorgipfel, der sich richtig gut anfühlt

 

Freitag: 07:00 Frühstück, 08:15 Start. Wieder blauer Himmel, wieder Sonne – und wieder eine Lage, die einen nicht vergessen lässt, dass wir im Winter sind.

 

Als Optionen standen Seekarlspitze oder Rofanspitze im Raum. Wir haben uns vorgenommen, erstmal loszugehen und am Wegabzweig zu schauen, wie die Bedingungen wirklich sind. Das war genau unser Stil: nicht stur Plan A durchziehen, sondern unterwegs entscheiden.

 

Es war übrigens richtig warm. So warm, dass wir alle irgendwann dieses „Sonne brennt, Schnee strahlt, du schwitzt trotzdem“-Gefühl hatten. Am Entscheidungspunkt haben wir uns Richtung Rofanspitze orientiert und geschaut, ob der Gipfel machbar ist.

 

Der Aufstieg war zunächst gemütlich, eher sanft – aber irgendwann war klar: Das Gelände Richtung Gipfel wird steiler als 35 Grad. Und in der aktuellen Situation war das einfach ein zu hohes Lawinenrisiko. Also haben wir sauber entschieden: Gipfel heute nicht, stattdessen ein Vorgipfel – und ganz ehrlich: Mit der Aussicht und dem Wetter hat sich das null nach „Plan B“ angefühlt.

 

Oben: Tee, Snacks, Sonne, Panorama. Wir saßen da, haben geschwiegen, gelacht, geguckt – und man merkt in solchen Momenten immer: Wir sind als Gruppe genau richtig unterwegs, weil keiner irgendwem was beweisen muss.

 

Zurück ging’s ruhig und mit vielen kleinen „Michl-Momenten“: Gelände lesen, Schnee beobachten, Entscheidungen erklären. Gegen 15:00 waren wir wieder auf der Hütte und haben uns auf der Sonnenterrasse gestärkt. Abends wieder ein starkes Essen, danach Tagesrückblick und Planung für Samstag: Klobenjoch oder Seekarlspitze. Und ganz nebenbei haben wir an dem Abend auch schon den Zeitraum für unsere Schneeschuhtour 2027 festgelegt – weil wir eben so ticken.

Samstag: Wald, Querungen, Rutsch-Gaudi – und Lawinenkunde zum Anfassen

 

Samstag sind wir bei blauem Himmel schon um 08:00 los, weil wir ein lawinengefährdetes Gelände queren mussten und auf dem Rückweg nicht „zu spät“ dort durch wollten. Zeitmanagement ist im Winter halt nicht nur Orga, sondern Sicherheit.

 

Wir sind Richtung Klobenjoch / Dalfaza Alm gestartet. Nach dem offenen Gelände vom Freitag war’s diesmal deutlich waldiger – richtig angenehm und irgendwie gemütlich. Nach ein paar Kilometern wurde es wieder offener und wir kamen an die Steilhänge, die wir als kritisch eingeschätzt haben. Dann lief’s bei uns sehr rund: anhalten, gemeinsam bewerten, Michls Einschätzung dazu – und dann weiter, aufmerksam und sauber im Queren. Immer mit Blick nach oben.

 

Nach der Dalfaza Alm (leider geschlossen, kein Winterbetrieb) wurde der Anstieg spürbar. Trotz etwas kühlerem Wind: wir haben ordentlich geschwitzt. Und wieder: Der Gipfel wurde nix – das letzte Stück ging durch Latschen und der Schnee war nicht hoch genug, um da sinnvoll durchzukommen. Also Pause auf einem Plateau unterhalb. Tee, Snacks, Aussicht. Kein Frust, eher dieses „passt schon – heute ist das unser Punkt“.

 

Und dann kam der Teil, den wir alle nicht vergessen werden: Rutschen! Erst sind Stephie, Jan, Michl und Lea auf dem Hosenboden runter, später sind wir im Grunde alle gerutscht – zwischendurch wieder ein paar Meter gehen – und dann nochmal rutschen. Das war so eine Gaudi, dass wir vor Lachen teilweise kaum noch geradeaus gucken konnten.

 

An der Dalfaza Alm haben wir nochmal lange in der Sonne Pause gemacht. Danach wieder zurück durchs kritische Gelände – wieder bewertet, wieder zügig gequert.

 

Und dann hat Michl uns noch abseits geführt, weil er uns den Schneeaufbau zeigen wollte. Wir haben einen Schneehügel gesucht, eine Wand freigelegt, Schichten angeschaut, über Körnung, Stabilität und das „Altschnee“-Problem gesprochen. Und dann der Klopftest an der Schneesäule – das war wirklich spannend, weil man auf einmal sieht, wie so ein Bruch entstehen kann. Theorie wird da plötzlich sehr real.

 

Gegen 15:00 waren wir wieder an der Hütte: Snack auf der Sonnenterrasse, etwas entspannen, um 18:00 Abendessen. Die Wettervorhersage für Sonntag war nicht gut, und beim Essen zog es auch schon zu – die Stimmung blieb aber gut, weil wir wussten: Wir entscheiden morgen früh, was sinnvoll ist. Wir hatten grob die Seekarlspitze im Kopf, aber auch die Uhrzeit für die Heimreise.

Sonntag: Nebel, Niesel, und ein runder Abschluss

 

Sonntagmorgen war’s dann komplett anders: Nebel, leichtes Nieseln, Sicht deutlich eingeschränkt. Nach zwei Tagen Sonne war das fast schon „andere Tour“.

 

Wir sind trotzdem raus – kleine Runde Richtung Seekarlspitze. Es war spannend, mal im Nebel unterwegs zu sein, weil sich alles anders anfühlt: Distanzen, Orientierung, Geräusche. Michl hat uns erklärt, worauf man achten muss und was die typischen Gefahren sind. Dazu kam das Thema Nassschnee, weil Regen das Risiko von Nassschneelawinen erhöhen kann. Er hat uns immer wieder gefragt, wie wir die Situation einschätzen und warum – das war richtig gut, weil man so aktiv im Kopf bleibt.

 

Nach etwa einer Stunde sind wir wieder umgedreht und gegen 11:00 an der Hütte angekommen. Trockene Sachen, zweites Frühstück, durchatmen. Um 12:00 ging’s mit der Seilbahn ins Tal. Material zurück, Abschied von Michl – und dann ab nach Hause. Um 20:45 waren wir wieder am Alpinzentrum in Bielefeld.

Was wir mitnehmen

 

Am Ende war’s wieder genau das, was unsere Schneeschuhtouren ausmacht: als Gruppe unterwegs sein, viel lachen, viel draußen sein – und gleichzeitig Winter ernst nehmen. Beim Thema Lawinen bleibt’s dabei: Es gibt keine 100% Sicherheit. Es geht ums Einschätzen, Abwägen, und im Zweifel ist umgehen oder umkehren die richtige Entscheidung. Das hat Michl uns nicht nur gesagt – wir haben es in unseren Entscheidungen auch gelebt.

 

Und zur Erfurter Hütte: wirklich eine schöne Hütte, tolles Essen, sehr freundlicher Service. Wir haben uns die ganze Zeit willkommen gefühlt – und genau so soll’s sein, wenn man vier Tage im Schnee „zuhause“ ist.

 

Vier Tage, die sich nach mehr anfühlen als vier Tagen. Und ganz ehrlich: 2027 kommt. Natürlich kommt 2027.

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01.02.2026

„Der Sommer neigt sich so ganz allmählich dem Ende zu, das Draußensein konnte genossen werden, die Gedanken schweifen noch …Und nun kommen wir mal auf dich zu, denn „Wir suchen dich“.